„Solarteur“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Hinter dem Begriff können Elektromeisterbetriebe mit langjähriger PV-Erfahrung stehen, Dachdecker mit angeschlossenem Elektriker, reine Vertriebsfirmen mit wechselnden Subunternehmern oder Handwerker, die erst seit Kurzem Solaranlagen bauen. Für Sie als Auftraggeber ist deshalb wichtig, nach den richtigen Dingen zu fragen.
Wer darf was?
Eine Photovoltaikanlage verbindet zwei Gewerke: Dach und Elektrik. Die Montage der Unterkonstruktion und Module berührt die Dachhaut, der elektrische Anschluss den Hausanschluss und das öffentliche Netz.
Verbindlich geregelt ist vor allem der zweite Teil: Arbeiten an der Kundenanlage hinter dem Hausanschluss und die Anmeldung beim Netzbetreiber darf nur ein Elektrofachbetrieb vornehmen, der im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers eingetragen ist. Diese Eintragung können Sie erfragen – bei Anlagen in München etwa bei SWM Infrastruktur, im Umland meist beim örtlichen Netzbetreiber. Mehr dazu unter Netzbetreiber in München.
Für die Dacharbeiten gibt es keine vergleichbare Registrierung, aber Erfahrung mit der jeweiligen Dachform ist entscheidend. Ein Biberschwanzdach, ein Blechfalzdach und ein Flachdach mit Bitumenabdichtung verlangen unterschiedliche Befestigungen.
Zehn Fragen für das Erstgespräch
- Wie viele Anlagen dieser Größe haben Sie im letzten Jahr gebaut?
- Montieren Sie mit eigenem Personal oder mit Subunternehmern?
- Wer ist mein fester Ansprechpartner während und nach dem Projekt?
- Sind Sie im Installateurverzeichnis meines Netzbetreibers eingetragen?
- Kommt vor dem Angebot jemand aufs Dach und an den Zählerschrank?
- Wie berücksichtigen Sie Schneelast und Statik?
- Wie ist die Ertragsprognose berechnet, und mit welchen Annahmen?
- Wer übernimmt die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister?
- Was passiert, wenn der Wechselrichter in Jahr sieben ausfällt?
- Bieten Sie Wartung und Monitoring an, und zu welchen Konditionen?
Gute Betriebe beantworten diese Fragen ohne Zögern und konkret. Ausweichende oder sehr allgemeine Antworten sind ein Hinweis, genauer hinzusehen. Umgekehrt spricht es für einen Betrieb, wenn er von sich aus Grenzen benennt – etwa, dass ein Nordwestdach wenig bringt, ein Speicher bei Ihrem Verbrauch knapp kalkuliert ist oder das Dach vor der Montage besser saniert werden sollte. Wer Ihnen jede Anlage als lohnend verkauft, hat eher den Abschluss im Blick als Ihre Rechnung.
Warnsignale
- Zeitdruck: „Das Angebot gilt nur bis Freitag“ oder der Hinweis auf eine angeblich bald sinkende Förderung, um eine schnelle Unterschrift zu erreichen.
- Kein Vor-Ort-Termin: Ein verbindliches Angebot nur nach Satellitenbild, ohne Blick auf Dach, Dachboden und Zählerschrank.
- Hohe Anzahlung: Vorauszahlungen von mehr als einem Drittel vor Materiallieferung sind unüblich.
- Unrealistische Zahlen: Erträge weit über 1.150 kWh je kWp oder Autarkiequoten über 80 Prozent ohne nachvollziehbare Begründung.
- Unklare Firma: kein Impressum mit Sitz, keine Handwerkskammer-Eintragung, nur Mobilnummer.
Warum regionale Nähe zählt
Eine PV-Anlage läuft 25 Jahre und länger. In dieser Zeit fallen Wartung, gelegentlich eine Störung und fast sicher ein Wechselrichtertausch an. Ein Betrieb, der in der Region sitzt, kennt die Abläufe der örtlichen Netzbetreiber, die Schneelastzonen in Oberbayern und typische Dachaufbauten im Münchner Bestand – und ist im Störungsfall schneller vor Ort als ein Anbieter, der für jede Baustelle mehrere hundert Kilometer anfährt. Unser Einsatzgebiet finden Sie unter Standorte.
Generalunternehmer oder Einzelgewerke?
Manche Eigentümer beauftragen Dachdecker, Elektriker und Gerüstbauer einzeln, um Kosten zu sparen. Das kann funktionieren, verlagert aber die Koordination und das Risiko zu Ihnen. Tritt nach zwei Jahren an einer Dachdurchdringung Feuchtigkeit auf, ist dann oft unklar, wer verantwortlich ist: der Dachdecker, der den Haken gesetzt hat, oder der Monteur, der die Schiene darauf befestigt hat. Bei einem Betrieb, der die Anlage vollständig verantwortet, gibt es einen Ansprechpartner für Gewährleistung und Service.
Umgekehrt ist nichts gegen Subunternehmer einzuwenden, solange der beauftragte Betrieb sie steuert, für ihre Arbeit geradesteht und Sie wissen, wer an Ihrem Dach arbeitet. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.
Bewertungen richtig lesen
Online-Bewertungen geben einen Eindruck, sind aber mit Vorsicht zu lesen. Aussagekräftiger als die Sternzahl sind Bewertungen, die ein bis zwei Jahre nach der Montage geschrieben wurden, und die Art, wie der Betrieb auf Kritik reagiert. Wer kann, fragt nach Referenzanlagen in der Nachbarschaft und spricht mit den Eigentümern. Dabei interessiert weniger, ob die Montage pünktlich war, sondern ob der Betrieb bei einer Störung erreichbar war und ob die Anlage die prognostizierten Erträge bringt.
Was Sie nach dem Auftrag bekommen sollten
Ein Fachbetrieb übergibt die Anlage mit vollständiger Dokumentation. Dazu gehören:
- Inbetriebnahmeprotokoll und Messprotokolle der Stränge
- Übersichtsschaltplan und Belegungsplan der Module
- Datenblätter und Garantieunterlagen aller Komponenten
- Nachweis der Anmeldung beim Netzbetreiber
- Zugangsdaten zum Monitoring
Diese Unterlagen brauchen Sie später für Versicherung, Wartung, einen Hausverkauf oder eine Erweiterung. Welche Prüfungen im Betrieb sinnvoll sind, steht unter Wartung und Prüfung. Wie das gesamte Projekt vom ersten Gespräch bis zum Netzanschluss abläuft, beschreibt Ablauf von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme. Angebote verschiedener Betriebe vergleichen Sie am besten mit den Kriterien aus PV-Angebote vergleichen.
Wir planen, montieren und melden Anlagen mit eigenem Team an und bleiben nach der Inbetriebnahme Ansprechpartner – Details unter Montage und Netzanmeldung. Wenn Sie uns kennenlernen möchten: Anfrage stellen.


