Die Montage einer Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus dauert meist nur ein bis drei Tage. Bis die Anlage tatsächlich Strom ins Hausnetz liefert, vergehen trotzdem oft zwei bis vier Monate. Der größte Teil dieser Zeit entfällt nicht auf Handwerk, sondern auf Planung, Abstimmung mit dem Netzbetreiber und den Zählerwechsel.
Wer den Ablauf kennt, kann besser einschätzen, wann Verzögerungen normal sind und wo er selbst etwas beschleunigen kann.
Die Phasen im Überblick
| Phase | Typische Dauer | Wer ist beteiligt |
|---|---|---|
| Erstgespräch und Datenaufnahme | 1–2 Wochen | Sie, Fachbetrieb |
| Vor-Ort-Termin | 1 Termin, ca. 1–2 Stunden | Sie, Planer |
| Planung und Angebot | 1–2 Wochen | Fachbetrieb |
| Entscheidung und Auftrag | liegt bei Ihnen | Sie |
| Netzanfrage und Materialbestellung | 2–8 Wochen, parallel | Fachbetrieb, Netzbetreiber |
| Montage Dach und Elektrik | 1–3 Tage | Montageteam, Elektriker |
| Zählerwechsel und Inbetriebnahme | wenige Tage bis mehrere Wochen | Messstellenbetreiber, Elektriker |
| Registrierung Marktstammdatenregister | binnen 1 Monat nach Inbetriebnahme | Sie oder Fachbetrieb in Ihrem Auftrag |
Die Zeiten sind Erfahrungswerte, keine Zusagen. Sie hängen von Saison, Auslastung des Netzbetreibers, Materialverfügbarkeit und dem Zustand der Elektroinstallation ab.
1. Erstgespräch: die richtigen Daten
Für eine erste Einschätzung braucht es nicht viel: Adresse, ungefähre Dachform und -ausrichtung, den Jahresstromverbrauch der letzten Abrechnung und Pläne für die nächsten Jahre – etwa Wärmepumpe, Elektroauto oder Speicher. Fotos von Dach und Zählerschrank helfen, den Vor-Ort-Termin gezielt vorzubereiten.
2. Vor-Ort-Termin: was geprüft wird
Beim Termin schauen wir uns an, was sich auf Luftbildern nicht erkennen lässt:
- Zustand der Dacheindeckung und Art der Ziegel oder Bleche
- Dachstuhl und Sparrenabstände im Dachboden
- Verschattung durch Kamin, Gauben, Bäume, Nachbarhäuser
- Zählerschrank, Hausanschluss und möglicher Leitungsweg
- Aufstellort für Wechselrichter und Speicher
Welche Kriterien ein Dach grundsätzlich erfüllen sollte, beschreibt Dach-Eignung prüfen.
3. Planung und Angebot
Aus den Daten entstehen Modulbelegung, Ertragsprognose und Auswahl der Komponenten. Das Angebot sollte alle Positionen einzeln aufführen – vom Gerüst über den Zählerschrank bis zur Anmeldung. Lassen Sie sich Zeit mit der Entscheidung und vergleichen Sie gegebenenfalls. Planen Sie kommunale Förderprogramme ein, klären Sie vorher, ob der Antrag vor der Beauftragung gestellt werden muss.
Bei Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden oder in Bereichen mit Gestaltungssatzung kommt vor dem Auftrag noch die Klärung mit der zuständigen Behörde hinzu. Auf gewöhnlichen Wohnhausdächern ist eine PV-Anlage in Bayern dagegen in der Regel verfahrensfrei, eine Baugenehmigung ist nicht nötig. In Eigentümergemeinschaften braucht es einen Beschluss, bevor bestellt werden kann – das kann je nach Versammlungsrhythmus den größten Zeitfaktor im gesamten Projekt ausmachen.
4. Netzanfrage und Material
Nach der Beauftragung stellen wir die Netzanfrage beim zuständigen Netzbetreiber – in München SWM Infrastruktur, im Umland meist Bayernwerk Netz oder örtliche Werke. Welche Unterlagen dafür nötig sind, steht unter Netzanmeldung: Ablauf, die regionalen Zuständigkeiten unter Netzbetreiber in München.
Parallel wird Material bestellt und der Montagetermin geplant. In den Frühjahrs- und Sommermonaten sind Montageteams und Gerüstbauer stärker ausgelastet; wer im Herbst oder Winter beauftragt, bekommt oft schneller einen Termin – die Anlage läuft dann rechtzeitig zum ertragsstarken Frühjahr.
5. Montage
Am ersten Tag steht meist das Gerüst, danach folgen Unterkonstruktion und Module. Bei Einfamilienhäusern ist das Dach häufig nach ein bis zwei Tagen fertig. Anschließend verlegt der Elektriker die Leitungen, installiert Wechselrichter, Speicher und Schutztechnik und bereitet den Zählerschrank vor. Muss der Zählerschrank erneuert werden, kommt ein weiterer Tag hinzu.
Sie müssen nicht die ganze Zeit anwesend sein, der Zugang zu Dachboden, Keller und Zählerschrank sollte aber gewährleistet sein. Für einige Stunden wird der Strom im Haus abgeschaltet.
Was Sie selbst beschleunigen können
Einen Teil der Wartezeit können Sie beeinflussen. Hilfreich ist:
- die letzte Stromabrechnung mit Zählernummer und Marktlokations-ID bereitzuhalten,
- Fotos von Zählerschrank und Hausanschluss schon beim Erstkontakt mitzuschicken,
- bei Mehrfamilienhäusern oder Eigentümergemeinschaften die Zustimmung frühzeitig einzuholen,
- Vollmachten für die Anmeldung zügig zu unterschreiben,
- Entscheidungen zu Speicher und Wallbox vor der Netzanfrage zu treffen, damit nicht nachgemeldet werden muss.
Nicht beeinflussen lassen sich die Bearbeitungszeiten von Netzbetreiber und Messstellenbetreiber. Hier hilft nur, die Netzanfrage so früh wie möglich zu stellen.
6. Zählerwechsel und Inbetriebnahme
Der letzte Schritt liegt oft nicht mehr in der Hand des Fachbetriebs: Der Messstellenbetreiber setzt den Zweirichtungszähler oder das intelligente Messsystem. Erst danach darf die Anlage offiziell einspeisen. Hier entstehen die meisten Wartezeiten. Nach dem Zählerwechsel nimmt der Elektriker die Anlage in Betrieb, misst die Stränge durch, konfiguriert Wechselrichter und Einspeiseregelung und dokumentiert alles im Inbetriebnahmeprotokoll.
7. Nach der Inbetriebnahme
- Registrierung im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats – sonst drohen Kürzungen der Vergütung.
- Bankverbindung und steuerliche Angaben an den Netzbetreiber für die Einspeisevergütung.
- Einrichtung des Monitorings, damit Sie Ertrag und Eigenverbrauch verfolgen können – mehr unter Monitoring und Ertragskontrolle.
- Meldung an die Gebäudeversicherung, damit die Anlage mitversichert ist.
Den gesamten Ablauf von der Planung über die Netzanfrage bis zur Inbetriebnahme koordinieren wir aus einer Hand – Details unter Montage und Netzanmeldung. Für den ersten Schritt genügt eine kurze Nachricht: Anfrage stellen.



