Die kurze Antwort: Eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus mit 8 bis 12 kWp kostet 2026 im Raum München meist zwischen 1.200 und 1.700 Euro je Kilowatt-Peak, ohne Speicher. Das ergibt für typische Anlagen einen Gesamtpreis von grob 11.000 bis 19.000 Euro. Die lange Antwort ist interessanter, denn innerhalb dieser Spanne entscheiden Dach, Elektrik und Ausstattung darüber, wo Ihr Angebot landet.
Wir zeigen hier, woraus sich der Preis zusammensetzt, welche Posten häufig vergessen werden und woran Sie erkennen, ob ein Angebot plausibel ist. Alle Zahlen sind Richtwerte mit Stand Herbst 2026; ein konkreter Preis entsteht erst nach der Besichtigung.
Richtpreise nach Anlagengröße
Je größer die Anlage, desto niedriger der Preis pro kWp. Gerüst, Anfahrt, Planung, Netzanmeldung und Wechselrichter-Grundausstattung fallen weitgehend unabhängig von der Modulzahl an und verteilen sich bei größeren Anlagen auf mehr Leistung.
| Anlagengröße | Richtpreis gesamt | entspricht je kWp |
|---|---|---|
| 5 kWp | 8.500 bis 11.000 € | 1.700 bis 2.200 € |
| 8 kWp | 10.500 bis 13.500 € | 1.300 bis 1.700 € |
| 10 kWp | 12.500 bis 16.000 € | 1.250 bis 1.600 € |
| 12 kWp | 14.500 bis 19.000 € | 1.200 bis 1.600 € |
Die Preise gelten für Aufdachmontage auf einem gut zugänglichen Ziegel- oder Betondachsteindach, inklusive Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, DC- und AC-Verkabelung, Gerüst und Anmeldung. Welche Größe für Ihren Verbrauch sinnvoll ist, beschreibt der Beitrag PV-Anlage: Größe berechnen.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Bei einer 10-kWp-Anlage verteilt sich der Betrag grob so – die Anteile schwanken je nach Dach und Hersteller:
- Module: etwa 25 bis 35 Prozent. Die Modulpreise sind in den vergangenen Jahren stark gefallen, deshalb machen sie heute einen kleineren Teil aus als viele erwarten.
- Wechselrichter: etwa 10 bis 15 Prozent, bei Hybridgeräten für einen späteren Speicher etwas mehr.
- Unterkonstruktion und Kleinmaterial: etwa 10 bis 15 Prozent. Schneelastzonen im Alpenvorland verlangen oft zusätzliche Haken und engere Schienenabstände.
- Montage, Gerüst und Elektroinstallation: etwa 30 bis 40 Prozent. Hier steckt die Handwerksleistung – und damit der größte Unterschied zwischen einem sorgfältigen und einem schnellen Angebot.
- Planung, Anmeldung, Dokumentation: etwa 5 bis 10 Prozent.
Posten, die im Angebot fehlen können
Viele Preisvergleiche scheitern daran, dass nicht dieselben Leistungen enthalten sind. Diese Punkte sollten Sie gezielt nachfragen:
Zählerschrank
Ältere Zählerschränke entsprechen oft nicht den aktuellen technischen Anschlussbedingungen. Ein Umbau oder Neubau kostet häufig 1.500 bis 4.000 Euro, in Einzelfällen mehr. Ob Ihr Schrank betroffen ist, klärt ein Foto oder die Besichtigung; Details im Beitrag Zählerschrank erneuern für Photovoltaik.
Dachzustand und Sonderdächer
Schiefer, Biberschwanz, Blech mit Stehfalz oder ein Flachdach mit Aufständerung verändern den Montageaufwand deutlich. Muss das Dach innerhalb der nächsten Jahre ohnehin saniert werden, ist die Reihenfolge wichtiger als der Modulpreis.
Leitungswege und Hausanschluss
Lange Kabelwege vom Dach in den Keller, Kernbohrungen oder ein Hausanschluss, den der Netzbetreiber verstärken muss, sind selten im Standardpreis enthalten.
Energiemanagement und Messung
Ein intelligentes Messsystem oder eine Steuerbox ist nach dem Solarspitzengesetz für viele Neuanlagen sinnvoll, weil ohne sie die Einspeisung auf 60 Prozent der Modulleistung begrenzt wird. Die Kosten dafür trägt teils der Messstellenbetreiber, teils der Anlagenbetreiber – das prüfen wir im Einzelfall.
Speicher, Wallbox und Erweiterungen
| Komponente | Richtpreis 2026 | Hinweis |
|---|---|---|
| Batteriespeicher 5 kWh | 2.500 bis 4.500 € | kleine Speicher sind je kWh teurer |
| Batteriespeicher 10 kWh | 5.000 bis 9.000 € | LFP-Zellchemie heute Standard |
| Wallbox inkl. Installation | ab etwa 1.000 bis 2.500 € | abhängig von Leitungsweg und Absicherung |
| Zählerschrank-Erneuerung | häufig 1.500 bis 4.000 € | nur falls nötig |
Ob sich ein Speicher rechnet, hängt vor allem davon ab, wie viel Strom Sie abends und nachts verbrauchen. Die Faustregel von 1 bis 1,5 kWh Speicherkapazität je kWp ist ein Startpunkt, keine Vorgabe – mehr dazu unter Stromspeicher: sinnvoll und in welcher Größe.
Was der Nullsteuersatz bedeutet
Seit 2023 gilt für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen einschließlich Speicher auf oder nahe Wohngebäuden bis 30 kWp ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent (§ 12 Abs. 3 UStG). Nettopreis und Bruttopreis sind damit identisch. Achten Sie darauf, dass das Angebot den Nullsteuersatz ausweist; Leistungen, die nicht zur Anlage gehören – etwa eine allgemeine Dachreparatur – können weiterhin mit 19 Prozent berechnet werden.
Laufende Kosten nicht vergessen
Nach der Inbetriebnahme fallen jährlich überschaubare, aber reale Kosten an. Für eine Anlage um 10 kWp sind 100 bis 250 Euro im Jahr eine realistische Größenordnung:
- Versicherung (Photovoltaik-Versicherung oder Erweiterung der Gebäudeversicherung): etwa 50 bis 150 Euro
- Messentgelt für Zweirichtungszähler oder intelligentes Messsystem: je nach Messstellenbetreiber
- Rücklage für einen Wechselrichtertausch nach 12 bis 20 Jahren
- gelegentliche Prüfung oder Wartung
Warum Angebote so unterschiedlich ausfallen
Zwei Angebote für dasselbe Dach können 30 Prozent auseinanderliegen, ohne dass eines davon unseriös ist. Unterschiede entstehen durch Modulqualität und Garantiebedingungen, die Auslegung des Wechselrichters, die Gründlichkeit der Planung – etwa ob Verschattung durch Gauben oder Nachbargebäude simuliert wurde – und durch die Frage, wer nach der Montage erreichbar ist. Ein auffallend niedriger Preis sollte Anlass sein, die Leistungsbeschreibung Zeile für Zeile zu vergleichen. Eine Hilfe dafür bietet der Beitrag Photovoltaik-Angebote vergleichen.
Der Preis allein sagt ohnehin wenig. Entscheidend ist, was die Anlage über 25 Jahre einspart. Wie Sie das realistisch rechnen, zeigt Lohnt sich Photovoltaik? Amortisation durchgerechnet.
Wenn Sie einen belastbaren Preis für Ihr Dach möchten, beginnt das mit unserer Photovoltaik-Beratung vor Ort: Wir nehmen Dach, Zählerschrank und Verbrauch auf und erstellen ein Angebot mit allen Posten. Anfrage stellen



