Reihenhäuser und Doppelhaushälften prägen viele Münchner Stadtrandlagen – von Neuperlach über Lochhausen bis zu den Siedlungen in Germering, Unterhaching oder Puchheim. Für Photovoltaik bringen sie eine eigene Ausgangslage mit: Die Dachfläche ist kleiner als beim freistehenden Haus, sie grenzt direkt an das Dach der Nachbarn, und oft teilen sich mehrere Häuser eine durchgehende Dachhaut.
Eine sinnvolle Anlage lässt sich trotzdem fast immer bauen. Nur die Reihenfolge der Fragen ist eine andere: Zuerst geht es um Brandschutz, Dachgrenzen und Nachbarn, erst danach um Modulzahl und Speicher.
Wie viel passt auf ein Reihenhausdach?
Ein typisches Reihenmittelhaus hat je Dachseite eine Breite von fünf bis sieben Metern. Nach Abzug der Randabstände bleiben auf einer Seite meist Platz für 8 bis 14 Module. Mit heute üblichen Modulen von 420 bis 450 Wp ergibt das folgende grobe Größenordnungen:
| Haustyp | Belegung | Leistung | Jahresertrag Raum München |
|---|---|---|---|
| Reihenmittelhaus, Süddach | eine Dachseite | 4 bis 6 kWp | ca. 4.000 bis 6.500 kWh |
| Reihenmittelhaus, Ost-West | beide Dachseiten | 6 bis 10 kWp | ca. 5.500 bis 9.500 kWh |
| Reihenend- oder Doppelhaus | Dachseite plus Walm oder Giebelbereich | 6 bis 10 kWp | ca. 6.000 bis 10.500 kWh |
Für einen Haushalt mit 3.000 bis 4.500 kWh Jahresverbrauch reicht das gut aus. Kommen eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto hinzu, lohnt die Belegung beider Dachseiten. Warum Ost-West dabei kein Nachteil sein muss, erklärt der Beitrag Ost-West oder Süd.
Brandschutz an der Haustrennwand
Zwischen zwei Reihenhäusern liegt eine Gebäudetrennwand oder Brandwand. Sie soll verhindern, dass sich ein Feuer über das Dach auf das Nachbarhaus ausbreitet. Solaranlagen dürfen diese Schutzwirkung nicht aufheben. Deshalb verlangt das Bauordnungsrecht in der Regel einen Abstand der Module zur Trennwand; häufig genannt werden 0,5 m, abhängig davon, wie die Wand ausgeführt ist und ob sie über das Dach geführt wird. Den konkreten Abstand klären wir für jedes Objekt vor der Planung.
Praktisch heißt das: Auf einem schmalen Mittelhaus kostet der Abstand auf beiden Seiten eine ganze Modulreihe. Mit Modulen im Querformat oder einer anderen Modulgröße lässt sich ein Teil davon zurückgewinnen. Weitere Hinweise gibt der Beitrag Brandschutz und Photovoltaik.
Die Nachbarn: gemeinsam oder einzeln?
Bei Reihenhäusern stellt sich schnell die Frage, ob mehrere Eigentümer gemeinsam bauen. Das hat Vorteile:
- Einmal Gerüst: Gerüst und Anfahrt gehören zu den Fixkosten jeder Anlage. Werden sie auf zwei oder drei Häuser verteilt, sinken die Kosten je Haus.
- Einheitliches Bild: Gleiche Module, gleiche Höhe, gleiche Rahmenfarbe – das wirkt ruhiger und vermeidet Diskussionen, gerade wenn eine Gestaltungssatzung gilt.
- Gemeinsame Dachsanierung: Ist die Eindeckung alt, lässt sich die Sanierung für die ganze Zeile planen, statt Übergänge zwischen neuen und alten Ziegeln zu schaffen.
Technisch bleibt jede Anlage trotzdem getrennt: eigener Wechselrichter, eigener Zähler, eigene Anmeldung. Da jedes Haus in der Regel einen eigenen Netzanschluss hat, ist eine gemeinsame Anlage über einen Zähler bei Reihenhäusern mit getrennten Grundstücken meist nicht sinnvoll.
Sonderfall: Reihenhaus in einer WEG
Nicht jedes Reihenhaus steht auf einem eigenen Grundstück. Gerade Anlagen aus den 1970er- und 1980er-Jahren sind häufig als Wohnungseigentum aufgeteilt, das Dach ist dann Gemeinschaftseigentum. In diesem Fall braucht es einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft, auch wenn nur ein Haus eine Anlage bauen möchte. Ein Blick in die Teilungserklärung klärt das schnell. Den Ablauf erklärt Photovoltaik in der WEG.
Leitungsweg und Zählerschrank
Bei Reihenhäusern ist der Weg vom Dach zum Zählerschrank oft länger als gedacht: Der Hausanschluss liegt im Keller oder im Hauswirtschaftsraum, das Dachgeschoss ist ausgebaut, einen Kaminzug gibt es nicht immer. Häufige Lösungen sind ein stillgelegter Kamin, ein Leerrohr in einer Installationswand oder eine Führung außen am Haus in einem Kabelkanal. Bei älteren Häusern muss der Zählerschrank für die Anlage erneuert werden. Wann das nötig ist, steht unter Zählerschrank erneuern.
Speicher im kleinen Haus
Bei einer Anlage mit 5 bis 8 kWp und einem Verbrauch um 4.000 kWh passt ein Speicher mit 5 bis 8 kWh. Er hebt den Eigenverbrauch von rund einem Drittel auf 50 bis 70 %. Der Platz ist im Reihenhaus aber knapp; ein Wandspeicher im Keller oder Hauswirtschaftsraum ist die übliche Lösung. Ob sich der Speicher für Sie rechnet, hängt vom Verbrauch am Abend ab – Details im Beitrag Stromspeicher: sinnvolle Größe.
Was eine Anlage kostet
Kleinere Anlagen sind je Kilowatt-Peak etwas teurer als große, weil Fixkosten wie Gerüst, Planung und Anmeldung stärker ins Gewicht fallen. Für ein Reihenhaus mit 5 bis 7 kWp sollten Sie deshalb eher mit dem oberen Bereich der üblichen Spanne von 1.200 bis 1.700 € je kWp rechnen – ohne Speicher und abhängig von Dach, Leitungsweg und Zählerschrank. Wer mit den Nachbarn gemeinsam baut, kann einen Teil davon einsparen.
Für Reihen- und Doppelhäuser in München und dem Umland planen wir Anlagen, die zum Dach und zur Nachbarschaft passen, und koordinieren auf Wunsch gemeinsame Projekte mehrerer Häuser – mehr dazu unter Photovoltaik für Ein- und Zweifamilienhäuser. Für ein Angebot können Sie hier eine Anfrage stellen.


